Nachhaltigkeit

Vom Inhalt unseres Kühlschranks bis zur Heizung unseres Hauses: Was können wir zur Clean Economy beitragen?

  • 15 September 2021
  • 5 Minuten zum Lesen

Nie war der Klimawandel eine größere Gefahr als heute. Wegen der wachsenden Bevölkerung, die zudem immer wohlhabender wird, werden Rohstoffe immer knapper, weil die Nachfrage unter anderem nach Energie, Transport, Nahrungsmitteln und Wasser steigt. Da sich immer mehr Regierungen Netto-Null-Ziele setzen und eine CO2-arme Wirtschaft anstreben, brauchen wir innovative Lösungen zur Senkung der Treibhausgasemissionen und um die Rohstoffvorräte zu strecken.

Nach dem im August erschienenen Intergovernmental Panel on Climate Change (IPCC) Special Report zum Thema Erderwärmung könnte die Temperatur schon 2030 um 1,5 °C über dem vorindustriellen Niveau liegen, sodass die Risiken unter anderem für Gesundheit, Lebensbedingungen, Ernährungssicherheit, Wasserversorgung und Wirtschaftswachstum steigen.1 Das IPCC verweist auf die Notwendigkeit einer Energiewende – weg von fossilen Brennstoffen und hin zu grüneren erneuerbaren Alternativen. Als erste wissenschaftliche Studie zum Klimawandel seit 2013 war der Bericht ein Meilenstein und bestätigte, wie wichtig es ist, die Erderwärmung zu bekämpfen.

Um Netto-Nullemissionen zu erreichen, muss jeder Einzelne von uns zum Schutz des Planeten beitragen, und als Investoren kommt uns dabei eine besondere Rolle zu.

Indem wir in Unternehmen investieren, deren Produkte und Dienstleistungen die Energiewende unterstützen oder die Treibhausgasemissionen senken, können wir einen Beitrag zur Bekämpfung des Klimawandels leisten und zugleich von den Erträgen von Unternehmen profitieren, die Vorreiter bei der Entwicklung hin zu einer sauberen Wirtschaft sind.

Hier sind ein paar Beispiele, wie man als Verbraucher und Investor einen Betrag zu diesem wichtigen Megatrend leisten kann.

Heizung

2019 entfielen fast zwei Drittel (64%) der in privaten Haushalten in der Europäischen Union im Jahr verbrauchten Energie auf die Heizung von Wohnungen und Häusern.2 Das ist enorm viel, zumal wir nach einer Studie im Durchschnitt 90% unserer Zeit in Innenräumen verbringen.3 Von der Installation eines intelligenten Zählers zur Kontrolle Ihres Energieverbrauchs bis zur Wahl eines Anbieters erneuerbarer Energien können Sie verschiedene Maßnahmen ergreifen, um Ihr Haus oder Ihre Wohnung umweltfreundlicher zu beheizen und zugleich Geld zu sparen. Zu den Anbietern, die große Fortschritte in puncto erneuerbarer Energie machen, zählen aus unserer Sicht NextEra und Iberdrola.

Beim Frühstück

Jedes Jahr wird etwa ein Drittel der weltweit produzierten Lebensmittel weggeworfen oder verdirbt.4 Das ist ein großes globales Problem, dessen Lösung Beiträge von Politik, Unternehmen und Verbrauchern erfordert. Ein Beispiel für ein Unternehmen, das sich mit diesem Thema befasst, ist Chr. Hansen, das Lösungen für eine längere Haltbarkeit von Molkereiprodukten entwickelt hat.

Die Landwirtschaft schadet den Meeren mehr als Plastik. Die jährlichen Kosten für den Zufluss von überschüssigem Dünger in die Ozeane belaufen sich auf geschätzte 200 bis 800 Milliarden US-Dollar.5 Unternehmen aus dem Bereich Präzisionslandwirtschaft wie John Deere können den Wasserverbrauch und den Einsatz von Chemikalien senken. Das ist besser für die Umwelt und sorgt für höhere Ernteerträge, beispielsweise von Weizen, aus dem Ihre Frühstücksflocken hergestellt werden.

Hausmüll

Jedes Jahr entstehen bis zu 50 Millionen Tonnen Elektromüll und -schrott,6 aber Unternehmen wie Waste Connections können helfen, beispielsweise alte Computer und Fernsehgeräte zu recyceln.

Hinzu kommt, dass bis 2030 ein Drittel der weltweit verkauften Automobile Elektrofahrzeuge sein dürften.7 Die Entscheidung für ein Elektroauto anstatt eines Benzin- oder Dieselfahrzeugs kann helfen, den Klimawandel zu bekämpfen. Das Investoreninteresse an diesem Thema steigt – an Fahrzeugherstellern wie Tesla ebenso wie an Zulieferern wie Aptiv und Batterieanbietern wie LG Chem.

Freizeit

Unternehmen, die Freizeitparks und Sporteinrichtungen betreiben, versuchen zunehmend, ihre Objekte umweltfreundlicher zu machen. Beispielsweise erzeugt das Fußballstadion im niederländischen Den Haag dank Alfen eigene Energie mit Solarpanels, speichert sie während des Tages und nutzt sie abends für die Beleuchtung.  Auch Elektrofahrzeuge von Zuschauern werden damit aufgeladen.8

Sportfans, die während des Spiels etwas essen und trinken, können dies ebenfalls auf umweltfreundliche Art tun.  Bestimmte Nahrungsmittel wie Rindfleisch haben einen erheblich höheren CO2-Fußabdruck als pflanzliche Alternativen.9 Nach einer vom US-Nahrungsmittelhersteller Beyond Meat in Auftrag gegebenen Studie entsteht bei seinem pflanzlichen Burger 90% weniger Treibhausgas als bei einem 125 Gramm schweren Rindfleisch-Burger.10

Und was ist mit Pommes frites? Das US-Unternehmen Darling Ingredients sammelt altes Speiseöl von Restaurants ein und stellt daraus Biokraftstoff her, der in der Luftfahrt genutzt werden kann.

Und beim Konsum von Softgetränken sind Aluminiumdosen besser für die Umwelt als Plastikflaschen. Aluminium ist zu 100% und endlos recycelbar.11 Jedes Jahr werden weltweit etwa 320 Milliarden Getränkedosen verkauft,12 und nach Angaben von Ball Corp. werden in den USA jede Minute über 100 Millionen Aluminiumdosen recycelt13 Ball Corp. ist einer der Marktführer bei nachhaltigen Verpackungen.

Neue interessante Investmentthemen

Uns als Investoren stehen zahlreiche interessante Unternehmen für Anlagen zur Verfügung, die im Bereich Clean Economy tätig sind. Die Konsummuster ändern sich schnell, und die Verbraucher leisten einen steigenden Beitrag zur Verringerung der Treibhausgasemissionen. Sie achten auf die Herkunft der Roh- und Inhaltsstoffe sowie auf die Umweltfolgen von Fertigprodukten und Verpackungen. Unterdessen verpflichten sich immer mehr Regierungen und Unternehmen zu Netto-Nullemissionen und investieren entsprechend. Ihr Interesse gilt sauberer Energie, grüner Energiespeicherung und Energieeffizienz. Neben den bereits bestehenden Verbrauchertrends und kosteneffizienten Lösungen ist auch das eine Chance für Anleger, die sich für die Clean Economy interessieren.

  • Global Warming of 1.5 ºC — (ipcc.ch)
  • Energy consumption in households - Statistics Explained (europa.eu)
  • Indoor Air Quality | US EPA
  • http://www.fao.org/food-loss-and-food-waste/flw-data
  • BofAM, Climate Change Januar 2020
  • UN report: Time to seize opportunity, tackle challenge of e-waste (unep.org)
  • BNEF, 2020
  • Energy storage makes The Hague football stadium self-sustainable | Alfen
  • https://interactive.carbonbrief.org/what-is-the-climate-impact-of-eating-meat-and-dairy/
  • Beyond Meat's Beyond Burger Life Cycle Assessment: A detailed comparison between a plant-based and an animal-based protein source | Center for Sustainable Systems (umich.edu)
  • Ball - Beverage Cans
  • BofAM Climate Change, Januar 2020
  • 2015 Ball Sustainability Infographic US Copy
Clean Tech

Was ist Clean Tech?

Saubere Technologie ("Clean Tech") bezieht sich auf Unternehmen, die durch die Entwicklung neuer Technologien in Bereichen wie Energieeffizienz, intelligente Netze, saubere Energie und nachhaltige Ressourcen einen positiven Einfluss auf die Umwelt haben wollen.

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