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Statements von Gilles Moëc: Hat Powell die Inflation gerade gestoppt?

  • 09 Dezember 2021 (3 Minuten Lesezeit)

Die marktbasierten Inflationserwartungen sind nach Jerome „Jay“ Powells „Falken-Rede“ bei der Sitzung des Federal Open Market Committee (FOMC) am vergangenen Dienstag stark gesunken – möglicherweise sogar etwas zu stark. Wir sehen 2022 als das Jahr, in dem der Pandemieschock endgültig absorbiert wird und die Verbraucherpreise leicht zurückgehen, obwohl das Inflationsrisiko in den USA greifbar ist.

Letzte Woche hat die Entscheidung von Jay Powell überrascht, bei seinen Aussagen vor dem FOMC einen strengeren geldpolitischen Ansatz zu verfolgen, indem er die Möglichkeit eines beschleunigten Taperings bestätigte. Damit wollte er der Federal Reserve (Fed) vermutlich mehr Spielraum für rasche Zinserhöhungen im nächsten Jahr geben – trotz der Ausbreitung der Omikron-Variante. Die Märkte haben schnell reagiert und die erwartete 10-Jahres-Inflation ist wieder auf das Fed-Ziel oder sogar leicht darunter gefallen.

Wir vermuten, dass sich die Fed darauf konzentriert, dass das Bruttoinlandsprodukt (BIP) sein Potenzialniveau übersteigt und darauf, dass sie einen moderaten exogenen Schock bewältigen könnte, ohne die Inflationsrisiken auszulöschen. Sollte jedoch die erwartete Inflation auch nur geringfügig niedriger ausfallen, würde das darauf hindeuten, dass der Markt die Möglichkeit eines politischen Fehlers in Betracht zieht. Der Kontrast zur Bank of England (BoE) war groß, da einer der stärksten Falken im geldpolitischen Ausschuss (Monetary Policy Committee) der BoE – der im letzten Monat für eine Anhebung der Zinssätze gestimmt hatte – davon sprach, die angekündigte Straffung (erneut) zu verschieben. Die Europäische Zentralbank (EZB) räumte die gestiegene Unsicherheit ein; sie scheint aber nach wie vor der Ansicht zu sein, das Pandemie-Notfallankaufprogramm PEPP im März 2022 zu beenden, möglicherweise mit einer "zweistufigen" Entscheidung über das Wertpapierkaufprogramm APP. Diese unterschiedlichen Reaktionen spiegeln nicht nur die verschiedenen konjunkturellen Bedingungen wider, mit denen die Zentralbanken konfrontiert sind, sondern auch die Tatsache, dass es bisher keine eindeutigen Schlussfolgerungen über die Auswirkungen der Omikron-Variante gibt.

Unter der Annahme, dass sich die Omikron-Variante als beherrschbar erweist, sind wir der Ansicht, dass der Pandemieschock im nächsten Jahr absorbiert werden wird – nach der Kompression der Wirtschaft von 2020 und ihrer starken Dekompression im Jahr 2021. Wir sind nach wie vor der Meinung, dass der globale Angebotsdruck nachlassen dürfte. Das würde eine allmähliche Verlangsamung der Inflation ermöglichen, ohne dass eine erhebliche Straffung der Geldpolitik erforderlich wäre – die Fed würde die Zinsen erhöhen, aber die Marktzinsen würden real negativ bleiben. Die Möglichkeit einer anhaltenden Inflation ist in den USA greifbar. In Europa, wo die Löhne bisher keine Anzeichen einer Beschleunigung gezeigt haben und die Erwerbsbeteiligung wieder das Niveau von vor der Pandemie erreicht hat, schätzen wir das Risiko wesentlich geringer ein.

Sollte sich die Inflation in den USA als hartnäckig erweisen, würde die Fed unserer Meinung nach erneut reagieren und die Verbraucherpreise würden recht schnell wieder anziehen. Selbst ein Zentralbanker, der sich mehr auf die Vollbeschäftigung als auf die Inflation konzentriert, würde erkennen, dass ein Verzicht auf weitere Zinserhöhungen eine toxische, marktgesteuerte Straffung mit höheren Kosten für das Wirtschaftswachstum auslösen würde.

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