Investment Institute
Die Sicht des CIO

Vergessen Sie die Politik: Warum der unsichere Wahlausgang Investoren nicht davon abhalten wird (und sollte), in den USA anzulegen

  • 22 April 2024 (3 Minuten Lesezeit)
Im Überblick
In den USA entwickeln sich Finanzmärkte und Konjunktur nach wie vor besser als von den Investoren erwartet.
Dort haben einige der weltweit größten und innovativsten Unternehmen aus zahlreichen Sektoren ihren Sitz.
Aus unserer Sicht bieten die USA eine Flut attraktiver langfristiger Investmentchancen – unabhängig davon, wie die Präsidentschaftswahl im November ausgeht.

Alles, was die Vereinigten Staaten betrifft, ist groß: ihr Markt, ihre Wirtschaft und die dort ansässigen Unternehmen. Und das Land hört nicht auf, die Investoren zu verblüffen. Viele haben für 2023 eine Rezession erwartet, aber die ist ausgefallen. Stattdessen ist die Wirtschaft nach Angaben des US-Finanzministeriums überdurchschnittlich stark gewachsen, wegen „der höheren Produktivität, des stabilen Arbeitsmarktes und der nachlassenden Inflation“.1

Dank der unerwarteten Stabilität ist der Aktienmarkt im letzten Jahr stark gestiegen. Der S&P 500 hat um 26% zugelegt, der Dow Jones um 17% und der technologielastige NASDAQ sogar um enorme 45%, was auf den allseits bekannten Hype der generativen Künstlichen Intelligenz zurückzuführen war. Auch in diesem Jahr hat die Dynamik angehalten, sodass jeder dieser drei Indizes auf neue Höchststände gestiegen ist.2

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Der Wachstumsmotor der Weltwirtschaft

Vor und vielleicht auch nach der Wahl sind Schwankungen zu erwarten. Aber ungeachtet der Bedeutung der Präsidentschaftswahlen für die ganze Welt gelten die USA schon lange als zu groß, um ignoriert zu werden.  Die Gründe liegen auf der Hand. Die USA sind die mit Abstand größte Volkswirtschaft – und das bereits seit dem späten 19. Jahrhundert. Das macht sie zur stärksten und damit auch zur einflussreichsten Wirtschaftsmacht.3

Das US-BIP (also der Wert aller Waren und Dienstleistungen aus den USA) beträgt fast 28 Billionen US-Dollar.  Zum Vergleich: Das BIP Chinas, der weltweit zweitgrößten Volkswirtschaft, beträgt 18,6 Billionen US-Dollar, ist also mehr als ein Drittel kleiner.4

Hinzu kommt, dass der US-Dollar die meistgenutzte Währung der Welt ist. Deshalb hat jede geldpolitische Spielerei der US-Zentralbank Federal Reserve erhebliche Auswirkungen auf das internationale Finanzumfeld.

Zudem sind in den Vereinigten Staaten einige Weltmarktführer aus zahlreichen Sektoren ansässig – von Unternehmensdienstleistungen, Fertigung und Landwirtschaft bis zu Gesundheit, Immobilien, Finanzdienstleistungen und natürlich Technologie, die maßgeblich verantwortlich für die jüngsten Aktienmarktanstiege war. 

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Marktfaktoren und Bewertungen

US-Aktien haben etwa 60% Anteil am internationalen Aktienmarkt5  und einen Marktwert von 50,8 Billionen US-Dollar.6  Die meisten der zehn größten Unternehmen der Welt haben ihren Sitz in den USA, darunter viele Technologieriesen wie Alphabet (Google), Amazon, Apple, Meta Platforms (Facebook), Microsoft und NVIDIA – jedes von ihnen über 1 Billion Dollar wert. Zu diesen zehn größten Unternehmen zählen auch der Investmentkonzern von Warren Buffett, Berkshire Hathaway, und der Pharmariese Eli Lilly.7

Auch der internationale Anleihenmarkt wird von den USA dominiert (gut 51,3 Billionen US-Dollar Volumen). Der zweitgrößte Anteil entfällt auf China. Mit 20,9 Billionen ist er aber weniger als halb so groß.8  Natürlich sind nach den Rallyes von US-Anleihen und -Aktien die Bewertungen weiter gestiegen. Das KGV von US-Unternehmen, also das Verhältnis des Aktienkurses zu den Gewinnen je Aktie, ist so hoch wie seit zwei Jahren nicht mehr.9

Wirklich günstig bewertet ist an den Aktien- und Anleihenmärkten kaum etwas, und deshalb besteht ein Bewertungsrisiko, das man beachten muss. Aber aus unserer Sicht ist die gute Performance auf die starke Wirtschaft, die stabilen Bilanzen und die hohe Rentabilität der Unternehmen zurückzuführen. Weil das US-BIP-Wachstum nach wie vor stärker ist als erwartet, dürften die Unternehmensgewinne auch 2024 zulegen. Zudem werden die Zinsen früher oder später sinken. Wenn dies aufgrund einer rückläufigen Inflation geschieht, sind niedrigere Zinsen gut für Aktien und Anleihen. Derzeit würde jeglicher Kursrückgang vermutlich als Gelegenheit wahrgenommen werden, zu günstigen Kursen zu investieren.  

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Fazit

Natürlich entwickelt sich auch der US-Markt nicht geradlinig. Er kann und wird schwanken. Neben den niedrigeren Zinsen und einem ausgewogeneren Wachstum weltweit bestimmen auch die Automation, die Digitalisierung und die Energiewende langfristig den Aktienmarkt. Aber man sollte nicht vergessen, dass nicht nur der Technologiesektor seit Jahresanfang zugelegt hat. Auch Industrie und Finanzen waren erfolgreich.10

Natürlich wäre es unklug, davon auszugehen, dass sich die zuletzt gute Performance unverändert fortsetzen wird.  Nur wenige Marktbeobachter wären überrascht, wenn der US-Aktienmarkt korrigiert würde, vor allem, da er zuletzt hauptsächlich vom Technologiesektor bestimmt wurde. Aber langfristig sind wir der Meinung, dass man den US-Markt angesichts seiner Vielfalt an Sektoren und der zahlreichen Innovationen nicht ignorieren darf.  Selbst die bevorstehenden Wahlen dürften seiner langfristigen Attraktivität nichts anhaben. Sogar Fed-Chef Jerome Powell hat versichert, dass die Novembersitzung der Zentralbank zwar am Tag nach der Wahl stattfindet, das Ergebnis aber keinerlei Einfluss auf die Zinsentscheidung haben wird.11

Das heißt nicht, dass wir den Einfluss des Wahlausgangs im November auf die Geldpolitik herunterspielen wollen. Mit diesem Thema werden wir uns später in diesem Jahr befassen. Aber: Die Unternehmen sind stabil und in einer guten Verfassung, und die USA stehen vor der Wahlperiode sehr gut da. Davon dürften Anlegererträge auch in Zeiten politischer Unsicherheiten profitieren.

Hinweise auf Unternehmen dienen nur zur Illustration und dürfen nicht als Anlageempfehlungen verstanden werden.

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