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Wöchentlicher Marktkommentar (Take 2)

EZB-Protokoll spiegelt Angst vor hartnäckiger Inflation, OPEC+ plant Förderkürzung

  • 10 Oktober 2022 (5 Minuten Lesezeit)

Alles Wichtige auf einen Blick

Die Europäische Zentralbank (EZB) hat offensichtlich befürchtet, dass die Abkühlung der Euroraumkonjunktur nicht ausreichen werde, um den Preisanstieg einzudämmen, und dass die Inflation „selbstverstärkend“ werden könne. Dies geht aus dem Protokoll ihrer September-Zinssitzung hervor, bei der sie den Leitzins um 75 Basispunkte erhöhte. Auch für den Oktober wird allgemein eine Anhebung um 75 Basispunkte erwartet. Zudem verweist das Protokoll auf „eine Zeit der Stagnation um den Jahreswechsel“, gefolgt von einer wahrscheinlichen Rezession im kommenden Jahr. Der endgültige Gesamt-Einkaufsmanagerindex (PMI) des Euroraums für September wurde auf 48,1 Punkte abwärts korrigiert – den tiefsten Stand seit zwanzig Monaten. Zurückzuführen ist der niedrige Wert auf die hohe Inflation, die mangelnde Berechenbarkeit der wirtschaftlichen Entwicklung und die rückläufige Nachfrage.

Nachrichten aus aller Welt

Das Bündnis der größten Ölförderländer OPEC+ hat sich darauf verständigt, sein tägliches Fördervolumen um zwei Millionen Barrel und damit stärker zu kürzen, als erwartet. Die Kürzung entspricht 2% der weltweiten Fördermenge. Der Öl-Allianz zufolge sei diese Entscheidung eine Reaktion auf die trotz des schwächeren Wachstums steigenden Zinsen in den westlichen Volkswirtschaften. Mit Verweis auf den anhaltenden Ukraine-Krieg bezeichnete US-Präsident Joe Biden den Schritt als „kurzsichtig“. Aus dem Weißen Haus wurden zudem mögliche weitere Freigaben aus den strategischen Ölreserven der USA signalisiert. Die Nachricht von der Drosselung liess die Ölpreise letzte Woche steigen. Am Freitagmorgen lag der Preis von Brent-Rohöl bei rund 95 US-Dollar je Barrel (nach 88 US-Dollar in der Vorwoche).

Zahl im Fokus: 52,2

In Japan lag die Aktivität im Dienstleistungssektor im September wieder im Wachstumsbereich: Nach 49,5 Zählen im August wurde der endgültige Stand des Dienstleistungs-PMI auf 52,2 aufwärts revidiert. Ein Stand über 50 Punkten deutet auf Expansion hin. In diesem Drei-Monats-Hoch dürfte sich die Lockerung der Corona-Beschränkungen widerspiegeln. Aufgrund der hohen Inflation und der verhalteneren Nachfrage seitens der Handelspartner Japans fiel der endgültige PMI für das verarbeitende Gewerbe von 51,5 Zählern im Vormonat auf 50,8 im September. Zudem zeigte eine von der japanischen Zentralbank unter großen Herstellern durchgeführte Umfrage für das 3. Quartal in Folge eine Eintrübung des Geschäftsklimas. Um den Einbruch der Wirtschaft und die Yen-Abwertung aufzuhalten, kündigte der japanische Premierminister Fumio Kishida eine Lockerung der Grenzpolitik an, die den Tourismus in das „Land des Lächelns“ ankurbeln soll.

Wissenswert:

USB-C: Ein Stecksystem, das für die Ladekabel verschiedener technischer Geräte verwendet wird. Letzte Woche legte das Europäische Parlament USB-C als EU-weiten Ladestandard unter anderem für alle Mobiltelefone, Tablets und Kameras fest. Die Vorschrift, die noch der förmlichen Bestätigung bedarf, tritt 2024 in Kraft und soll ab 2026 auch für Laptops gelten. Sie soll das Elektroschrottaufkommen verringern – und dürfte Verbrauchern 250 Mio. Euro pro Jahr sparen. Einige Technologiefirmen werden ihre Ladesysteme jetzt umstellen müssen.

Das bringt die Woche

In Großbritannien erscheinen am Dienstag die jüngsten Arbeitsmarktzahlen. Am Mittwoch folgen die monatlichen BIP-Daten für August. Ebenfalls am Mittwoch legt auch der Euroraum Zahlen zu seiner Industrieproduktion vor, und die US-Notenbank veröffentlicht das Protokoll ihrer jüngsten Zinssitzung. September-Inflationsdaten für die USA werden am Donnerstag bekanntgegeben. Am Freitag erscheinen die Inflationsdaten aus China sowie die Handelsbilanzzahlen für den Euroraum. In dieser Woche halten zudem der Internationale Währungsfonds und die Weltbank ihre Jahresversammlungen ab, und am Sonntag beginnt in China der 20. Parteitag, der alle fünf Jahre stattfindet.

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