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Wöchentlicher Marktkommentar (Take 2)

Fed fasst restriktiveren Kurs ins Auge, EZB schließt noch stärkere Zinserhöhungen nicht aus

  • 11 Juli 2022 (5 Minuten Lesezeit)

Alles Wichtige auf einen Blick

Die US-Notenbank Fed könnte einen „noch restriktiveren Kurs“ einschlagen, obwohl höhere Zinsanhebungen „unerwartet starke Auswirkungen auf die Wirtschaftsaktivität“ haben könnten, hieß es im Protokoll ihrer letzten Zinssitzung. Der US-Offenmarktausschuss gab an, er werde auf seiner Juli-Sitzung wahrscheinlich eine Leitzinserhöhung um 50 oder 75 Basispunkte beschließen. Aus dem Protokoll der letzten Sitzung der Europäischen Zentralbank (EZB) geht hervor, dass die Währungshüter zwar von einer Zinsanhebung um 25 Basispunkte im Juli ausgehen, sich jedoch die Möglichkeit einer stärkeren Anhebung im September offenhalten. In Großbritannien gab Premierminister Boris Johnson den Vorsitz der Konservativen Partei auf und machte damit den Weg für die Wahl eines neuen Parteichefs frei.

Nachrichten aus aller Welt

Im Rahmen ihrer Bemühungen um eine klimafreundlichere Gestaltung ihrer Geldpolitik wird die EZB ihre Unternehmensanleihenbestände schrittweise dekarbonisieren. Sie sagte, sie werde den Klimawandel bei ihren Unternehmensanleihenkäufen, ihrem Sicherheitsrahmen, den Offenlegungspflichten und der Risikosteuerung berücksichtigen, um „den grünen Wandel der Wirtschaft zu unterstützen“. Diese Maßnahmen schafften für Unternehmen und Finanzinstitute zudem Anreize, transparenter über ihre CO2-Emissionenzu berichten und sie zu verringern. Mit diesen Entscheidungen „setzen wir unsere Zusage zur Bekämpfung des Klimawandels in die Tat um“, so EZB-Chefin Christine Lagarde.

Zahl im Fokus: 78,6%

In der Türkei ist die offizielle Inflationsrate von 73,5% im Mai auf 78,6% im Juni gestiegen und hat damit ein 24-Jahres-Hoch erreicht. Nach Ansicht mancher Volkswirte und Kritiker der Regierung von Präsident Recep Tayyip Erdoğan könnte die tatsächliche Teuerungsrate aber nahezu doppelt so hoch sein. Erdoğans Wirtschaftsmodell hat sich darauf konzentriert, das Wirtschaftswachstum mit Zinssenkungen anzukurbeln. Dies hat jedoch die Kosten für das stark importabhängige Land in die Höhe getrieben, während zugleich die türkische Lira stark abwertete.

Wissenswert

Sandbatterie: Die Verwendung von gewöhnlichem Sand als Energiespeicher als Beitrag zu einer stabileren Verfügbarkeit von Energie aus erneuerbaren Quellen. An einem finnischen Kraftwerk wurde nun die erste gewerbliche Anlage dieses Systems in Betrieb genommen. In einem Silo werden dort 100 Tonnen Bausand auf bis zu 500 °C erhitzt und können diese Energie anschließend speichern. In Zeiten hoher Energiekosten oder bei geringer Verfügbarkeit regenerativer Energien lässt sich die so erzeugte Warmluft wieder entnehmen. In seiner heutigen Form ist das System insbesondere für die Speicherung von Wärme effizient. Eine Rückverwandlung dieser Wärme in Energie lohnt sich zurzeit noch nicht.

Das bringt die Woche

Die aktuellen ZEW-Konjunkturerwartungen im Euroraum werden am Dienstag veröffentlicht. Am Mittwoch kommen britische BIP-Daten für Mai heraus. Ebenfalls am Mittwoch werden aktuelle Inflationszahlen für Deutschland, Frankreich, Spanien und die USA publik, und die Bank of Canada hält ihre Zinssitzung ab. Am Donnerstag erscheint der Vierwochendurchschnitt der Anzahl der Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe in den USA. Am Freitag schließlich legt China BIP-Zahlen für das zweite Quartal vor, und die USA veröffentlichen die Juni-Daten zur Produktion in der Industrie und im verarbeitenden Gewerbe.

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