Die fünf wichtigsten ETF-Trends 2026 in Europa
Als Investor muss man in der sich schnell verändernden Finanzwelt immer einen Schritt voraus sein. In den letzten Jahren haben Exchange-Traded Funds (ETFs) am Markt und bei Anlegern viel Aufmerksamkeit auf sich gezogen und sind heute für alle Arten von Investoren das Finanzinstrument der Wahl. Was sind die aktuellen Trends und Erkenntnisse am ETF-Markt, und welche Chancen und Herausforderungen sind zu erwarten?
Wir sehen fünf Trends.
ETFs werden immer beliebter
Bei Investoren erfreuen sich ETFs zunehmender Beliebtheit – und das aus gutem Grund. Sie haben viele attraktive Eigenschaften: Sie sind einfach zu nutzen, mit recht niedrigen Kosten verbunden, transparent und können Portfolios diversifizieren. Außerdem ermöglichen sie Portfoliomanagern, individuelle Strategien zusammenzustellen, sodass man mit ihnen schnell darauf reagieren kann, wenn sich die Nachfrage nach bestimmten Sektoren oder Ländern aufgrund der Weiterentwicklung der Finanzmärkte, Volkswirtschaften und Unternehmen verändert.
Nach aktuellen Daten von ETF Book.com haben die ETF-Mittelzuflüsse in Europa im Jahr 2025 mit 325 Milliarden Euro den Vorjahresrekord übertroffen. Offensichtlich ist das Anlegerinteresse ungebrochen. Weltweit ist das in ETFs gemanagte Vermögen von 1,3 Billionen US-Dollar im Jahr 2010 auf 19,6 Billionen Ende 2025 gestiegen.
Das Wachstum des Marktes wird von allen Arten von Investoren vorangetrieben. Sie nutzen ETFs immer häufiger, um ihre Portfolios zu diversifizieren und Zugang zu zahlreichen Assetklassen zu erhalten. Aus denselben Gründen empfehlen auch Finanzberater ihren Kunden immer häufiger ETFs.
Immer mehr aktive ETFs
Der Markt für passive ETFs ist gesättigt, sodass sich führende Akteure auf aktive ETFs verlegen.
Passive ETFs (auch bekannt als Index-ETFs) sollen die Performance eines bestimmten Marktindex replizieren, beispielsweise des MSCI Europe. In der Regel halten sie eine repräsentative Auswahl der im Index enthaltenen Wertpapiere in derselben Gewichtung. Durch die Nachbildung eines breiten Index können Investoren das Einzelwert- oder Einzelsektorrisiko mindern.
Passive ETFs veröffentlichen ihre Struktur täglich, sodass Anleger immer genau wissen, in was sie investiert sind. In der Regel werden sie selten umgeschichtet und streben stabile Erträge an. Weil sie die Performance ihres Index spiegeln wollen, erzielen sie üblicherweise keinen Mehrertrag.
Aktive ETFs werden dagegen von einem Manager gesteuert, der Wertpapiere gezielt auswählt und Portfolioentscheidungen trifft, um einen bestimmten Ertrag zu erzielen. Deshalb können sie Mehrertrag erwirtschaften, statt den Index nur abzubilden. Aktives Risikomanagement ermöglicht dem Manager, das Portfolio anzupassen, um mögliche Verluste zu begrenzen. Das hat aber seinen Preis: Aktive ETFs sind in der Regel teurer als passive, weil höhere Managementgebühren und laufende Kosten anfallen.
Der stabile Anstieg der Zahl aktiver ETFs im letzten Jahr dürfte sich fortsetzen, sodass immer mehr Möglichkeiten und Strategien zur Auswahl stehen. 2025 wurden über 130 neue aktive ETFs von immer mehr Assetmanagern aufgelegt.
Steigende Nachfrage nach White-Label-ETFs
Vor allem im Bereich Discretionary Portfolio Management (DPM), aber auch bei Assetmanagern und Finanzinstituten steigt das Interesse an White-Label-ETFs. Sie werden von einem Drittanbieter erstellt und gemanagt, aber von anderen Unternehmen unter deren Namen vermarktet, üblicherweise von Vermögensmanagern oder anderen Finanzinstituten. Der Drittanbieter managt, pflegt und verwaltet den ETF. Vermarktet und vertrieben wird er vom Distributor.
Durch die Zusammenarbeit mit einem Drittanbieter vermeiden Distributoren die Kosten für Aufbau und Management eigener ETFs und können sich auf ihr Kerngeschäft konzentrieren. Die Kompetenzen und Ressourcen eines Drittanbieters können zudem die Qualität der ETFs verbessern, was Distributoren einen Wettbewerbsvorteil verschafft.
Beim White Labeling besteht die Möglichkeit, die ETFs an die Bedürfnisse der Distributoren und ihrer Kunden anzupassen. Auch Anpassungen an neue Marktbedingungen und Investorenanforderungen sind leicht möglich, sodass man schnell auf neue Chancen und Herausforderungen reagieren kann.
Die Nachfrage nach White-Label-ETFs ist eine Folge des steigenden Investoreninteresses an ETFs insgesamt und der Tatsache, dass sich Distributoren in einem wettbewerbsintensiven Markt abheben wollen. Laut einer kürzlichen Umfrage denken 40% der Vermögensverwalter und Assetmanager darüber nach, in den nächsten zwei Jahren eigene White-Label-ETFs aufzulegen, weil sie kostengünstige und anpassungsfähige Investmentlösungen anbieten wollen.
Wachstum vor allem durch Privatanleger und Onlineplattformen
Traditionell waren ETFs etwas für professionelle Investoren. Jetzt investieren auch immer mehr Privatanleger, Plattformen und Sparpläne in die Assetklasse.
So ist beispielsweise in Deutschland die Nachfrage privater Investoren nach ETF-Sparplänen in den letzten Jahren deutlich gestiegen. Laut einer kürzlichen Umfrage sind 51% aller Erwachsenen an solchen Plänen interessiert, wobei zwei Drittel von ihnen zwischen 18 und 34 Jahren alt sind.1
Onlineplattformen, Robo-Advisor, Onlinebroker und Investment-Apps beflügeln das Wachstum, weil viele Privatanleger digitale Plattformen für ihr Research nutzen und darüber investieren. Plattformen haben das Investieren leichter gemacht: Die Gebühren sind häufig niedriger als bei traditionellen Finanzinstituten. Nutzerfreundliche Bedienoberflächen erleichtern Suche, Auswahl und Transaktionen. Digitale Anwendungen sind rund um die Uhr verfügbar, und häufig bieten Plattformen auch Möglichkeiten für Weiterbildung und Marktanalysen, um Investoren zu helfen, informierte Entscheidungen zu treffen.
Deshalb überrascht es nicht, dass viele Investoren für Auswahl von und Anlage in ETFs Plattformen nutzen. Das Onlinegeschäft ist sehr wettbewerbsintensiv. Viele große Akteure setzen deshalb auf Mehrwert etwa durch niedrige Kosten und einfachen Zugang. Da der ETF-Markt weiter wächst, dürften Plattformen eine immer wichtigere Rolle spielen und den Bereich prägen.
- Quelle: ETF-Sparpläne in Kontinentaleuropa: Studie mit Prognose bis 2030; ExtraETF, November 2025.
ESG-Anlagen stehen weiter im Fokus
Ökologische, soziale und governancebezogene Investments (ESG) sind mittlerweile ein wichtiger Trend, und ETFs haben sich zu einem beliebten Instrument entwickelt. Das bietet mehrere Vorteile, darunter das bessere Risikomanagement: Investoren, die ESG-Faktoren berücksichtigen, können Risiken und Chancen erkennen, die traditionelle Finanzanalysen möglicherweise nicht erfassen. Außerdem haben Investoren bei ESG-ETFs transparenten Einblick in die ESG-Praktiken der Unternehmen, in die sie investieren, sodass sie ihre Investmententscheidungen im Einklang mit ihren eigenen Werten treffen und Nachhaltigkeit fördern können.
Das Angebot an ESG-ETFs wächst, und es werden Produkte mit unterschiedlich starker ESG-Ausrichtung – von „hellgrün“ bis „dunkelgrün“ – an den Markt gebracht, um die verschiedenen Anforderungen und Wünsche der Investoren zu erfüllen.[CL2] Zugleich steigen Qualität und Verfügbarkeit von ESG-Daten, sodass Investoren besser informierte Entscheidungen treffen können. Aufsichtsbehörden unterstützen ESG-Anlagen zunehmend mit Initiativen zur Nachhaltigkeitsförderung.
Aber es gibt auch Herausforderungen und Einschränkungen: Dazu gehören ein fehlender Standard für ESG-Investmentansätze, sodass Investoren ESG-ETFs nur schwer vergleichen können, und Greenwashing, wodurch die Grenzen zwischen echten ESG-Bemühungen und reinem Marketing verschwimmen können.
Fazit
Alles in allem legen das Wachstum von ESG-Anlagen und die vier anderen oben beschriebenen Trends nahe, dass ETFs immer beliebter und Teil des Mainstream werden. Offenbar sind weitere Innovationen und Entwicklungen zu erwarten.
In den nächsten Jahrzehnten dürften ETFs mit hoher Wahrscheinlichkeit traditionellen Anlageinstrumenten Marktanteile nehmen, nicht zuletzt, weil sich jüngere Investoren, die über Kapital verfügen, für attraktive und kostengünstige Zugänge zum Markt interessieren. Billionen von Dollar an Vermögen werden von den Babyboomern an die nächste Generation vererbt werden, die in moderne, flexible und über Plattformen erhältliche Investmentprodukte anlegen will – nämlich in ETFs.
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