AXA IM und BNPP AM fusionieren und optimieren schrittweise ihre Rechtsstrukturen, um eine einheitliche Einheit zu schaffen. Während dieses Prozesses werden wir weiterhin zwei separate Websites unter der Marke BNPP AM betreiben. Mehr erfahren

Investment Institute
Markt Updates

Inflation und Volatilität durch den Ölpreisschock – wenn der Irankrieg nicht bald endet


Wenn sich die Geschichte wiederholt, könnte der Energiepreisschock durch den Nahostkonflikt die Inflation in den nächsten Monaten weltweit kräftig anheizen. 

Meist steigen dann auch Anleihenrenditen und Zinsvolatilität – und das Wachstum lässt nach. Je länger der Krieg dauert, desto schlechter für die Märkte: Die Credit Spreads weiten sich aus, die Aktienkurse fallen.

Die Aussicht auf eine bessere Zukunft durch KI ändert erst einmal nichts an höheren Risikoprämien. Wenn der Krieg vorbei ist, kann man wieder günstig einsteigen. Bis dahin bieten Titel mit kurzer Duration, hoher Kreditqualität und Inflationsindexierung vielleicht einen gewissen Schutz.

  • Wichtige Makrothemen: höhere Inflation und niedrigeres Wachstum in Sicht – aber wie schlimm wird es wirklich?
  • Wichtige Marktthemen: Verluste hoch bewerteter Titel durch zunehmende Risikoaversion

Der Schock ist da: Was tun?

Händler und Investoren versuchen gerade, auf die konjunkturellen Folgen des Irankrieges zu reagieren – bis sie glauben, dass das Schlimmste vorbei ist. Bei Redaktionsschluss gab es dazu noch keinen Konsens.

Im Blickpunkt steht weiterhin der Ölmarkt. Bei Redaktionsschluss kostete das Barrel Brent etwa 100 US-Dollar. Seit dem Tiefststand im letzten Jahr ist es um 90% und seit dem 13. März 2025 um 66% teurer geworden.

Bei West Texas Intermediate, dem amerikanischen Benchmarköl, waren es 85% bzw. 60%. Wenn Sie dies lesen, haben sich die Zahlen höchstwahrscheinlich schon wieder geändert.

Der Ölpreisanstieg ist enorm – zwar nicht der größte aller Zeiten, aber doch beachtlich. Einen Tag nach Russlands Einmarsch in die Ukraine 2022 kostete das Barrel Brent 112% mehr als ein Jahr zuvor. In 85 Monaten seit 1974 ist Öl im Vorjahresvergleich um über 50% gestiegen (und 18-mal hat sich der Preis mehr als verdoppelt).

Meist, aber nicht immer, stieg die US-Inflation dann auf 4% oder mehr. Weil ein ähnlich starker Anstieg des Erdgaspreises und damit auch in Europa eine höhere Inflation erwartet wird, dürften auch hier die Zinsen steigen. Ein zweiter Inflationsschock nach 2021/2022 könnte Märkten und Lebensstandards massiv schaden.


Inflation in Sicht

Mehr Inflation durch steigende Energiepreise ist nicht gut für Realeinkommen und Unternehmensgewinne. Je länger das anhält, desto schlechter wird der Wachstumsausblick. Die Verbraucher geben weniger Geld aus, die Unternehmen investieren weniger.

Auf die Ölpreisschocks der 1970er und 1980er folgten schon bald Rezessionen. Der Zinsanstieg (wegen Inflationssorgen) und die höhere Aktien- und Spreadvolatilität (wegen Wachstumszweifeln) letzte Woche haben vielleicht genau das vorweggenommen.

Wie lange die Märkte so reagieren und wie es weitergeht, hängt stark von der Kriegsdauer ab – und davon, wie schnell die Energiemärkte ein neues Gleichgewicht finden.


Andererseits … 

Hat der Ausblick auch etwas Gutes? Öl und Ölderivate (sowie Gas und andere Exportgüter aus der Golfregion) bleiben für die Weltwirtschaft zwar wichtig, aber ihre Energieintensität hat abgenommen. Die Internationale Energieagentur schätzt, dass mit der gleichen Energiemenge heute 36% mehr Wertschöpfung erzielt wird als 2000.1

Weil man, um die Netto-Null zu erreichen, in erneuerbare Energien investiert, werden wir unabhängiger von Kohlenwasserstoffen. Real ist der Ölpreis ohnehin gefallen: In US-Dollar ist er inflationsbereinigt heute um etwa 25% niedriger als im März 2022.

Insgesamt hat Energie an den Warenkörben der Industrieländer heute einen geringeren Anteil als vor 30 oder 40 Jahren. In den USA waren es vor 40 Jahren noch etwa 9%, heute sind es etwa 6%.

Natürlich bleibt der Ölpreisschock kurzfristig nicht ohne Folgen. Ich hoffe aber, dass sich die Energierationierung wie während meiner Kindheit in den 1970ern nicht wiederholt.

Nicht vergessen sollte man auch, dass die Inflation seit damals deutlich zurückgegangen ist, auch wenn sie nach Corona 2021/2022 kurzfristig wieder zulegte.

Viel spricht also dafür, dass wir den Energiepreisschock überstehen und die Inflation wieder auf 2% fällt – wenn auch nicht dieses Jahr, dann zumindest langfristig. Dann würde sich der Anstieg der Anleihenrenditen ebenso in Grenzen halten wie die Verluste risikobehafteter Wertpapiere.

  • Economic growth – Analysis - IEA

Keine Inflation wie in den 1970ern

Am Öl-Terminmarkt geht man davon aus, dass der Krieg bald vorbei ist. Wenn sich die G7-Länder in den nächsten Tagen auf eine Freigabe der strategischen Ölreserve einigen könnten, würde das die Energiemärkte etwas entlasten.

Die Auswirkungen auf die weltweite Inflation blieben dann begrenzt. Die Inflationsswaps zeigen genau das schon jetzt an. Sehr viel beunruhigender wäre es, wenn man am Swapmarkt mit einer dauerhaft höheren Teuerung rechnete, zumal sie wegen der dann steigenden Lebenshaltungskosten auch soziale Folgen hätte.

Damit aus dem Ölpreisschock eine dauerhafte Inflation wird, müssten Verbraucher und Unternehmen schon ihr Verhalten ändern, sodass Löhne sowie wichtige Güter- und Dienstleistungspreise stärker stiegen. Am Markt erwartet man das aber nicht.

Für Anleihen wird die Reaktion der Notenbanken entscheidend sein. Am Markt rechnet man jetzt nicht mehr mit weiteren Zinssenkungen. Die Zinsstrukturkurven sind flacher geworden, weil die Kurzfristzinsen gestiegen sind. Insgesamt sind die Renditen aller Laufzeiten aber weiterhin etwa so hoch wie letztes Jahr.

Anleihen haben bislang nur wenig verloren. Die Aktienmarktverluste im Februar, wegen schwacher Softwaretitel, waren sehr viel schlimmer. Es ist schwer vorstellbar, dass die Notenbanken jetzt die Zinsen erhöhen – es sei denn, die Inflation steigt sehr viel stärker als zurzeit angenommen.

Eines ist für risikobehaftete Wertpapiere aber wichtig: Die Zinsvolatilität dürfte wieder steigen.


Interessante Credits

Bei einer schnellen Lösung sehen wir mehrere Investmentchancen. Credits waren insgesamt stabil. Die Spreads haben sich zwar ausgeweitet, aber in den USA wie in Europa sind sie bei Investmentgrade-Titeln und High Yield gerade wieder so hoch wie bei ihrem Höchststand im 4. Quartal 2025.

Unterdessen haben die Renditen wieder ihr Niveau von der ersten Jahreshälfte 2025 erreicht. An einem der letzten Tage wurden in den USA so viele Unternehmensanleihen begeben wie lange nicht mehr, und alle fanden schnell Käufer. Nichts spricht für ein nachlassendes Interesse an hochwertigen Investmentgrade-Titeln, auch wenn in der Presse von Problemen bei Private Credit zu lesen ist.

Auch am High-Yield-Markt, der in puncto Verschuldungsgrad und Unternehmensgröße eher mit Private Credit zu vergleichen ist, bleibt die Markttechnik gut. Die Couponzahlungen liegen über den Neuemissionen; die Wiederanlage stützt den Markt.

Allerdings steigen die Staatsanleihenrenditen, was den Erträgen kurzfristig schaden dürfte. Papiere mit höheren Spreads, für die das eine geringere Rolle spielt, könnten daher interessant sein – erst recht, wenn sie inflationsindexiert sind.


Öl muss wieder fließen

Wer in Zeiten wie diesen Marktkommentare schreibt, kann von der Entwicklung leicht überrollt werden. Niemand weiß genau, was in den nächsten Tagen und Wochen passiert. Aber man kann spekulieren.

Eigentlich ist es ja ganz einfach: In einer kleinen Region mit einer für die Weltwirtschaft sehr wichtigen Meerenge laufen die Dinge aus dem Ruder. Wenn sich die Straße von Hormus wieder sicher passieren lässt – was das amerikanische Militär erreichen will –, dürfte sich die Lage am Markt entspannen.

Weniger Angriffe auf Häfen, Raffinerien, Öllager und Förderstätten wären ebenfalls gut.

Darüber hinaus müssen Anleger aber über zwei Dinge nachdenken: Kurzfristig ist wichtig, was passiert, wenn der Krieg noch mehrere Wochen anhält und dauerhaft weniger Öl und Erdgas gefördert werden. Was wären die Folgen für die Märkte?

Die zweite Frage ist eher philosophisch. Ist der Krieg nur ein Beispiel für wieder größere weltpolitische Risiken? Konkurriert man wieder stärker um knappe Ressourcen und Handelsrouten, und bilden sich neue Allianzen? Und wird der wachsende Energiebedarf Künstlicher Intelligenz Risikoprämien und Zinsvolatilität dauerhaft steigen lassen?

Internationale Konflikte, die zunehmende Neigung, Krieg wieder als Mittel der Politik zu betrachten, der neue Protektionismus und veränderte Kapitalströme könnten die Inflation steigen und das Wachstum sinken lassen.

Die 1970er müssen sich deshalb nicht wiederholen. Anleger sollten aber vielleicht überlegen, was weltpolitische Risiken für langfristige Asset-Allokation, Portfolioliquidität und Länderauswahl bedeuten.


Performancedaten/Quellen: LSEG Workspace Datastream, ICE Data Services, Bloomberg, BNP Paribas AM, Stand 13. März 2026, falls nicht anders angegeben. Die Wertentwicklung der Vergangenheit ist kein Hinweis auf künftige Erträge.

    Rechtliche Hinweise

    Anlagen enthalten Risiken, einschließlich dem des Kapitalverlustes. Die hier von AXA Investment Managers Deutschland GmbH bzw. mit ihr verbundenen Unternehmen („AXA IM DE“) bereitgestellten Informationen stellen weder ein Angebot zum Kauf bzw. Verkauf von Fondsanteilen noch ein Angebot zur Inanspruchnahme von Finanzdienstleistungen dar.

    Die Angaben in diesem Dokument sind keine Entscheidungshilfe oder Anlageempfehlung, (aufsichts-) rechtliche oder steuerliche Beratung durch AXA Investment Managers Deutschland GmbH bzw. mit ihr verbundenen Unternehmen („AXA IM DE“), sondern werden ausschließlich zu Informationszwecken zur Verfügung gestellt. Die vereinfachte Darstellung bietet keine vollständige Information und kann subjektiv sein.

    Dieses Dokument dient ausschließlich zu Informationszwecken des Empfängers. Eine Weitergabe an Dritte ist weder ganz noch teilweise gestattet. Wir weisen darauf hin, dass diese Mitteilung nicht den Anforderungen der jeweils anwendbaren Richtlinie 2004/39/EG bzw. 2014/65/EU (MiFID/ MiFID II) und der zu diesen ergangenen Richtlinien und Verordnungen entspricht. Das Dokument ist damit für jegliche Form des Vertriebs, der Beratung oder der Finanzdienstleistung nicht geeignet.

    Die in diesem Dokument von AXA IM DE zur Verfügung gestellten Informationen, Daten, Zahlen, Meinungen, Aussagen, Analysen, Prognose- und Simulationsdarstellungen, Konzepte sowie sonstigen Angaben beruhen auf unserem Sach- und Kenntnisstand zum Zeitpunkt der Erstellung. Die genannten Angaben können jederzeit ohne Hinweis geändert werden und können infolge vereinfachter Darstellungen subjektiv sein. Eine Haftung oder Garantie für die Aktualität, Richtigkeit und Vollständigkeit der zur Verfügung gestellten Informationen wird nicht übernommen. Soweit die in diesem Dokument enthaltenen Daten von Dritten stammen, übernehmen AXA IM DE für die Richtigkeit, Vollständigkeit, Aktualität und Angemessenheit dieser Daten keine Gewähr, auch wenn nur solche Daten verwendet werden, die als zuverlässig erachtet werden.

    Wertentwicklungsergebnisse der Vergangenheit bieten keine Gewähr und sind kein Indikator für die Zukunft. Wert und Rendite einer Anlage in Fonds können steigen und fallen und werden nicht garantiert.

    Informationen über Mitarbeiter von AXA Investment Managers dienen lediglich Informationszwecken und sind stichtagsbezogen. Ein Weiterbeschäftigungsverhältnis mit diesen Mitarbeitern wird nicht garantiert.

    ___________________________________________________

    AXA IM und BNP Paribas AM fusionieren und optimieren ihre Rechtsstrukturen schrittweise, um eine einheitliche Struktur zu schaffen.
    AXA Investment Managers gehört seit Juli 2025 zur BNP Paribas Gruppe. Nach der Fusion von AXA Investment Managers Paris und BNP Paribas Asset Management Europe sowie deren jeweiligen Holdinggesellschaften zum 31. Dezember 2025 firmiert das fusionierte Unternehmen nun unter dem Namen BNP Paribas Asset Management Europe.