Take two: Steigende Ölpreise wegen Nahostkonflikt, Aufwärtskorrektur des japanischen BIP
Alles Wichtige auf einen Blick
Der Preis von Rohöl der Sorte Brent hat letzte Woche erstmals seit fast vier Jahren die Marke von 100 US-Dollar pro Barrel durchbrochen und für volatilere Märkte gesorgt. Angesichts dieses Anstiegs hat die Internationale Energieagentur – die die globalen Energiemärkte überwacht – die Freigabe einer beispiellosen Menge Öl aus Notfallreserven angekündigt. Laut der IEA haben sich deren 32 Mitgliedstaaten darauf geeinigt, den Märkten weltweit rund 400 Millionen Barrel Öl zur Verfügung zu stellen, um trotz des anhaltenden Nahostkonflikts die Versorgung zu stabilisieren. In der Woche bis zum Börsenschluss am Donnerstag sind der MSCI World NR und der S&P 500 jeweils um 2% gefallen. Der MSCI Europe gab um 1% nach.*
*In US-Dollar gerechnet. Quelle: FactSet, Stand der Daten 12. März 2026.
Nachrichten aus aller Welt
Die US-Jahresinflation lag im Februar, ebenso wie im Januar, bei 2,4%, weil steigende Lebensmittel- und Wohnkosten von sinkenden Preisen in anderen Bereichen wettgemacht wurden. Auch die ohne die besonders schwankungsanfälligen Energie- und Lebensmittelpreise ermittelte Kerninflation blieb mit 2,5% konstant. In China zog die Inflationsrate unterdessen von 0,2% im Januar auf ein Drei-Jahres-Hoch von 1,3% im Februar an, was auf die höheren Konsumausgaben in den Neujahrsfeiertagen zurückzuführen war. Ein kräftiges Plus von 21,8% verzeichneten dank einer starken Nachfrage nach Elektronikartikeln die Exporte der Volksrepublik in den beiden ersten Monaten des Jahres – trotz der aktuellen Handelsspannungen mit den USA.
Zahl im Fokus: 1,3%
Die japanische Wirtschaft ist im Schlussquartal 2025 stärker gewachsen als ursprünglich geschätzt. Unternehmensinvestitionen und der private Konsum wurden nach oben korrigiert. Statt der vorläufig gemeldeten 0,2% lag der BIP-Zuwachs bei 1,3%. Im 3. Quartal war die Wirtschaft noch um 2,6% geschrumpft. Separat erhobene Daten zeigen indes, dass der private Konsum – der über die Hälfte der japanischen Wirtschaftsleistung ausmacht – im Januar unerwartet nachgelassen hat. Aufgrund der weltpolitischen Spannungen und der hohen Ölpreise, die sich sowohl auf die Inflation als auch auf die Konsumausgaben auswirken könnten, wird davon ausgegangen, dass die Bank of Japan in ihrer Sitzung diese Woche beschließen wird, keine Zinsänderungen vorzunehmen.
Grafik der Woche
Der Nahostkonflikt hat erhebliche Anpassungen der geldpolitischen Erwartungen erzwungen. Vor Beginn des Militärschlags hatte der Markt mehr als zwei Fed-Zinssenkungen um 25 Basispunkte im laufenden Jahr sowie eine Lockerung seitens der Europäischen Zentralbank um rund 13 Basispunkte eingepreist. Inzwischen werden jedoch von der Fed und der EZB Senkungen um insgesamt 37 bzw. Zinsanhebungen von über 30 Basispunkten erwartet. Das Hauptproblem ist die Inflation: Je länger der Ölmarkt weltpolitischen Risiken ausgesetzt ist, umso höher steigt die Wahrscheinlichkeit einer geldpolitischen Reaktion.
Wissenswert: Alkalinitätserhöhung im Ozean
Bei der Erhöhung der Alkalinität der Ozeane handelt es sich um eine derzeit wissenschaftlich erforschte Methode, um die Versauerung der Meere und den Klimawandel abzumildern. Hierzu werden alkalische Substanzen in das Meer eingeleitet, sodass es mehr Kohlendioxid binden kann. Bei einer Umsetzung in ausreichend großem Maßstab und im Zusammenspiel mit Emissionssenkungen könnte dies Berichten zufolge dazu beitragen, die Erderwärmung auf 2 °C gegenüber vorindustriellen Niveaus zu begrenzen. Eine wissenschaftliche Studie hat zuletzt ermutigende Ergebnisse geliefert, wobei keine messbaren negativen Auswirkungen auf das Meeresökosystem festzustellen waren. Für eine ausreichend großflächige Anwendung, um einen nennenswerten Effekt zu erzielen, bedarf es jedoch noch umfassenderer Tests und höherer Investitionen.
Das bringt die Woche
Diese Woche steht die Geldpolitik im Mittelpunkt. Die Reserve Bank of Australia tagt am Dienstag zum Zinsentscheid, bevor am Mittwoch die Bank of Canada und die Fed ihre Zinssitzungen abhalten. Am Donnerstag beraten die Bank of Japan, die Bank of England und die Europäische Zentralbank über ihre jeweilige Geldpolitik. Konjunkturdaten gibt es am Montag mit aktuellen Inflationszahlen aus Kanada. Für den Euroraum werden am Dienstag der ZEW-Konjunkturindex und am Mittwoch Inflationsdaten vorgestellt. Ebenfalls am Mittwoch veröffentlichen die USA ihren Erzeugerpreisindex.
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