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Die Kreislaufwirtschaft: Wertvoll für alle Branchen

  • 29 Juli 2022 (7 Minuten Lesezeit)

Unsere Wegwerfmentalität in der Produktion wie beim Konsum ist eine Bedrohung für den Planeten und für das reibungslose Funktionieren der Volkswirtschaften geworden.  In den letzten 50 Jahren hat sich die Ressourcenentnahme verdreifacht. Seit 2000 steigt die Abbauquote. 2019 wurden der Erde über 90 Milliarden Tonnen Rohstoffe entnommen und verarbeitet. Dies war für etwa die Hälfte der weltweiten CO2-Emissionen und für etwa 90% des Verlusts der Biodiversität und der Wasserknappheit verantwortlich.1

Und die Aussichten sind nicht weniger beunruhigend. Die Weltbevölkerung wächst unaufhörlich. Bis 2050 werden wir 10 Milliarden Menschen sein. Wenn wir unsere Produktions- und Dienstleistungssysteme nicht ändern, brauchen wir dann enorme 180 Milliarden Tonnen Rohstoffe, also doppelt so viel wie heute.2 Niemand weiß, ob so viel zur Verfügung stehen wird und – ebenso wichtig – ob Unternehmen und Länder den dabei entstehenden Abfall verringern und managen können.3

Das ist eine Herausforderung und erklärt, warum die Idee einer Kreislaufwirtschaft an Dynamik gewinnt. Anfangs ging es bei dem Konzept um die Verminderung des produktionsbedingten Abfalls. Vorangetrieben wurde es von Regierungen zum Schutz der öffentlichen Gesundheit und der Umwelt.  Von 1990 bis 2010 folgte die nächste Phase. Man stellte eine Verbindung zwischen Produktionsfaktoren und Endprodukt her, um die Ökoeffizienz zu steigern. Daraus entwickelten sich Abfallkennzahlen und speziellere Strategien zur Abfallverminderung. Seit 2010 rückten Bedenken wegen des Ressourcenverbrauchs in den Mittelpunkt. Aus dem reinen Abfallmanagement wird angesichts der hohen Rohstoffnachfrage jetzt ein Konzept zur maximalen Ressourcennutzung.

Bislang hat sich die Wissenschaft noch auf keine einheitliche Definition des Begriffs Kreislaufwirtschaft einigen können. Auch die damit verbundene Fachterminologie wird unterschiedlich verwendet. Das Konzept ist zwischen den Themenkomplexen Klima, natürliche Ressourcen und Umwelt angesiedelt, aber es reicht auch in andere Nachhaltigkeitsbereiche wie grüne Wirtschaft, saubere Produktion oder Industrieökologie hinein.    Anders als bei Klimafragen, in deren Mittelpunkt die Energiewende in CO2-intensiven Sektoren steht, ist das Thema Kreislaufwirtschaft sektorübergreifend und bringt eine Reihe von Chancen und Risiken für Investoren mit sich.

Als wesentliche Komponente der Energiewende sorgen erneuerbare Energien im Zusammenhang mit der Kreislaufwirtschaft für neue Herausforderungen. Durch die starke Verbreitung von Solarpanels, Windturbinen und Batterien für Stromspeicherung oder Elektrofahrzeuge werden von bestimmten Rohstoffen noch viel größere Mengen abgebaut und verarbeitet. Für die Batterieproduktion werden vor allem Lithium, Kobalt und Nickel benötigt. Unweigerlich werden durch ihre Förderung enorme Umweltschäden entstehen. Hinzu kommen die Auswirkungen eines begrenzten Angebots und die Folgen für die betroffenen lokalen Bevölkerungsgruppen. Deshalb muss mit dem Wachstum der erneuerbaren Energie das Konzept der Kreislaufwirtschaft mitgedacht und umgesetzt werden, damit Ressourcenerhalt, Rohstoffrecycling sowie Wassereinsparung und -aufbereitung möglich sind.

Der für die Investmentwelt vielleicht wichtigste direkte und sofortige Effekt ist, dass Ressourcenknappheit zu erheblichen Marktpreisschwankungen führt, die, wenn sie außer Kontrolle geraten, das globale Wirtschaftssystem ins Wanken bringen können. Die Rohstoffpreise sind heute so volatil wie zu keinem Zeitpunkt der letzten 100 Jahre, was allerdings auch auf weltpolitische und wirtschaftliche Faktoren zurückzuführen ist. In allen Rohstoffbranchen könnte es zu Knappheiten kommen – von seltenen Metallen bis hin zu den Fischbeständen –, mit Folgen für Unternehmen und Investoren.4

In unserer aktuellen Analyse erfahren Sie, wie das Konzept der Kreislaufwirtschaft die Investmentwelt verändert und welche Auswirkungen es auf die am stärksten betroffenen Sektoren hat.

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