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Im Überblick
Die Zinssenkung der Riksbank wird nicht verhindern, dass die schwedische Inflation etwas unter den Zielwert fällt, also „unterschießt“. Dieses Risikos sind sich eindeutig auch die geldpolitischen Entscheider der Bank of England bewusst, die offenbar stärkere Zinssenkungen planen, als der Markt erwartet.
Das Protokoll der Aprilsitzung macht einen Zinsschritt der EZB im Juni wahrscheinlicher. Auch hier verweisen die Verfechter einer expansiveren Geldpolitik auf das Risiko, dass das Inflationsziel unterschritten werden könnte.

Als zweite westeuropäische Zentralbank nach der Schweizer Nationalbank hat die Riksbank ihre Leitzinsen gesenkt. Auch die Rhetorik der Bank of England sprach für eine Lockerung. Wir gehen von einer Senkung im Juni oder spätestens im August aus. Und die Warnung von Andrew Bailey, dass die britische Geldpolitik expansiver werden könnte, als von den Marktteilnehmern erwartet, stützt unsere Prognose von drei Zinssenkungen um jeweils 25 Basispunkte in diesem Jahr. Das Protokoll der EZB-Sitzung im April war sogar noch deutlicher als die Worte von Lagarde auf der Pressekonferenz: Eine Zinssenkung im Juni ist „plausibel“. Das Szenario einer geldpolitischen Lockerungswelle in ganz Europa nimmt Formen an – im Gegensatz zu den USA, wo die Fed noch zögert.

Die europäischen Geldpolitiker denken zunehmend über das Risiko eines Unterschießens der Inflation nach, was ungewollt übermäßig hohe Kosten für Produktion und Löhne nach sich zöge. Die Riksbank mag zwar für den Mut bejubelt werden, ihren Leitzins trotz der schwachen Krone früher zu senken als die EZB, aber dennoch hat die schwedische Zentralbank mit ihrer Zinswende möglicherweise zu lange gewartet. Vor dem Hintergrund der Rezession und einem deutlichen Anstieg der Arbeitslosigkeit, geht die Riksbank jetzt davon aus, dass die Inflation unter 2% fallen wird. Ein wichtiges Statement der Bank of England war ihre Prognose, dass die Inflation gegen Ende des Betrachtungszeitraums deutlich unter die 2-Prozent-Marke fiele, wenn die Zinsen so gesenkt würden, wie von den Marktteilnehmern erwartet. Auch die Tauben bei der EZB verwiesen auf das Risiko eines Unterschießens, als sie sich für eine Senkung bereits im April aussprachen.

Das Sitzungsprotokoll dagegen zeigte, dass man sich vor allem Sorgen darum macht, was die Fed angesichts der hartnäckigen Inflation in den USA tun könnte. Vor dem Hintergrund der maßgeblichen Bedeutung des US-Marktes ist es nur zu verständlich, dass die geldpolitischen Entscheider in Europa die dortige Konjunktur und Geldpolitik sehr genau beobachten. Aber wir sind bereits seit Anfang dieses Jahres der Meinung, dass die Risiken dies- und jenseits des Atlantiks ganz unterschiedlich sind. Während in Europa möglicherweise die Gefahr eines Unterschießens der Inflation besteht, könnte die Teuerung in den USA deutlich überschießen. Ein Betrachtung Europas durch die US-Brille könnte zu teuren geldpolitischen Fehlern führen. 

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