Investment Institute
Weltwirtschaft

Ein Wunder?

  • 29 Januar 2024 (10 Minuten Lesezeit)

  • Das hohe Wachstum in den USA und der weitere Inflationsrückgang könnten etwas sehr Seltenes möglich machen: eine völlig problemlose Landung der Konjunktur. Nach Christine Lagardes Pressekonferenz letzte Woche scheint eine Änderung der EZB-Geldpolitik wahrscheinlicher, zumal die Konjunktur nachlässt. In beiden Fällen warten wir aber erst einmal ab.

In unserem ersten Macrocast nach Weihnachten schrieben wir über unterschiedliche Risiken in den USA und im Euroraum. Fed und EZB, so unsere These, könnten unterschiedliche Fehler machen. Im Glauben an eine weiche Landung und eine niedrigere Inflation könnte die Fed die Zinsen zu früh senken, sodass die Inflation wegen der stabilen Konjunktur weiterhin über dem Zielwert liegen würde. Die EZB könnte mit Zinssenkungen hingegen zu lange zögern, da sie sich zu sehr auf die Vergangenheit bezieht. Die Folge wäre eine tiefe Rezession mit einer Inflation unter dem Zielwert. Zwei Entwicklungen in der letzten Woche könnten aber beides unwahrscheinlicher gemacht haben: In den USA lassen die Kombination aus starkem BIP-Wachstum und einer PCE-Kern-inflation in Höhe des Zielwerts eine „Deflation ohne Verwerfungen“ plausibler erscheinen. Im Euroraum könnte Christine Lagardes überraschende Weigerung am letzten Donnerstag, sich gegen die Markterwartungen zu stellen, eine größere Bereitschaft zu einer raschen Änderung der Geldpolitik signalisieren, wenn die Konjunktur nachlässt.

Es überrascht nicht, dass diese Entwicklungen die schon zuvor großen Hoffnungen auf schnelle und starke Zinssenkungen auf beiden Seiten des Atlantiks gefördert haben. Dennoch bleiben wir vorsichtig. Unser Basisszenario ist noch immer, dass beide Notenbanken die Zinsen erst im Juni senken. Natürlich lassen sich frühe Zinssenkungen in den USA jetzt leichter begründen. Doch eben jene stabile Konjunktur könnte die Fed auch dazu veranlassen, mit einer expansiveren Geldpolitik noch zu warten. Warum sollte sie sich beeilen? Schließlich ist trotz der zuletzt erfreulichen Verbraucherpreisdaten noch immer nicht auszuschließen, dass die Inflation einfach nicht weiter in Richtung 2% fallen will. Und damit die EZB ihre Zinsen frühzeitig senkt, müssen die Daten unserer Ansicht nach in den nächsten Monaten perfekt dazu passen: Die Inflation müsste weiter kontinuierlich fallen, die Realwirtschaft müsste weiter schlechte Zahlen liefern, und die Echtzeitindikatoren zu den Löhnen müssten einen schwächeren Arbeitsmarkt signalisieren. Unmöglich ist das nicht. Eine EZB-Zinssenkung bereits im April schließen wir daher nicht aus, aber selten sind die Daten wirklich eindeutig.

Ähnliche Artikel

Weltwirtschaft

US-High-Yield: Was 2024 in verschiedenen Konjunkturszenarien wichtig ist

  • von AXA Investment Managers
  • 21 Februar 2024 (5 Minuten Lesezeit)
Weltwirtschaft

Lästige Daten

  • von Gilles Moëc
  • 19 Februar 2024 (10 Minuten Lesezeit)
Weltwirtschaft

USA: Sowohl Aktien- als auch Anleihen-ETFs haben 2024 Potenzial

  • von David Page
  • 09 Februar 2024 (5 Minuten Lesezeit)

    Rechtliche Hinweise

    Anlagen enthalten Risiken, einschließlich dem des Kapitalverlustes. Die hier von AXA Investment Managers Deutschland GmbH bzw. mit ihr verbundenen Unternehmen („AXA IM DE“) bereitgestellten Informationen stellen weder ein Angebot zum Kauf bzw. Verkauf von Fondsanteilen noch ein Angebot zur Inanspruchnahme von Finanzdienstleistungen dar.

    Die Angaben in diesem Dokument sind keine Entscheidungshilfe oder Anlageempfehlung, (aufsichts-) rechtliche oder steuerliche Beratung durch AXA Investment Managers Deutschland GmbH bzw. mit ihr verbundenen Unternehmen („AXA IM DE“), sondern werden ausschließlich zu Informationszwecken zur Verfügung gestellt. Die vereinfachte Darstellung bietet keine vollständige Information und kann subjektiv sein.

    Dieses Dokument dient ausschließlich zu Informationszwecken des Empfängers. Eine Weitergabe an Dritte ist weder ganz noch teilweise gestattet. Wir weisen darauf hin, dass diese Mitteilung nicht den Anforderungen der jeweils anwendbaren Richtlinie 2004/39/EG bzw. 2014/65/EU (MiFID/ MiFID II) und der zu diesen ergangenen Richtlinien und Verordnungen entspricht. Das Dokument ist damit für jegliche Form des Vertriebs, der Beratung oder der Finanzdienstleistung nicht geeignet.

    Die in diesem Dokument von AXA IM DE zur Verfügung gestellten Informationen, Daten, Zahlen, Meinungen, Aussagen, Analysen, Prognose- und Simulationsdarstellungen, Konzepte sowie sonstigen Angaben beruhen auf unserem Sach- und Kenntnisstand zum Zeitpunkt der Erstellung. Die genannten Angaben können jederzeit ohne Hinweis geändert werden und können infolge vereinfachter Darstellungen subjektiv sein. Eine Haftung oder Garantie für die Aktualität, Richtigkeit und Vollständigkeit der zur Verfügung gestellten Informationen wird nicht übernommen. Soweit die in diesem Dokument enthaltenen Daten von Dritten stammen, übernehmen AXA IM DE für die Richtigkeit, Vollständigkeit, Aktualität und Angemessenheit dieser Daten keine Gewähr, auch wenn nur solche Daten verwendet werden, die als zuverlässig erachtet werden.

    Wertentwicklungsergebnisse der Vergangenheit bieten keine Gewähr und sind kein Indikator für die Zukunft. Wert und Rendite einer Anlage in Fonds können steigen und fallen und werden nicht garantiert.

    Informationen über Mitarbeiter von AXA Investment Managers dienen lediglich Informationszwecken und sind stichtagsbezogen. Ein Weiterbeschäftigungsverhältnis mit diesen Mitarbeitern wird nicht garantiert.