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Weltwirtschaft

US-Inflationsdaten lassen drastische Fed-Anhebung erwarten, EU plant Reaktion auf Energiekrise

  • 16 September 2022 (5 Minuten Lesezeit)

Alles Wichtige auf einen Blick

Die US-Inflation ist im August zwar leicht gesunken, war aber dennoch höher als erwartet. Deshalb wird jetzt wieder verstärkt damit gerechnet, dass die US-Notenbank Fed diese Woche eine weitere Zinserhöhung um 75 Basispunkte ankündigen wird. Die Jahresinflation ist im August nach 8,5% im Juli leicht auf 8,3 % zurückgegangen – vor allem aufgrund niedrigerer Kraftstoffpreise. Die Kerninflation stieg allerdings überraschend von 5,9% auf 6,3%. Die britische Inflation ging von 10,1% im Juli auf 9,9% im August zurück, und für den Euroraum wurde eine Teuerungsrate von 9,1% bestätigt. Die Kurse von US-Aktien sind nach der Veröffentlichung der Inflationsdaten leicht gefallen. Später konnte der S&P 500 aber wieder etwas Boden gutmachen und verzeichnete zum Börsenschluss am Donnerstag ein Minus von 2,57%. Der MSCI World Index fiel um 1,65%.1

Nachrichten aus aller Welt

Die Präsidentin der Europäischen Kommission Ursula von der Leyen hat Maßnahmen vorgestellt, um den Anteil von Gas am Strommarkt zu senken, und will eine Übergewinnsteuer für Fossilkonzerne erheben. Mit den auf 140 Mrd. Euro bezifferten Einnahmen aus dieser Abgabe sollen die Regierungen der Mitgliedstaaten Haushalten und Unternehmen helfen, die den Energiepreisanstieg aufgrund des russischen Einfalls in die Ukraine nur schwer verkraften können. Zum Zeitpunkt dieser Ankündigung konnte die Ukraine große Gebiete im Nordosten des Landes zurückerobern. Im Wochenverlauf sind die europäischen Referenzgaspreise wieder auf ihre Stände aus dem letzten Juli zurückgegangen und lagen damit weit unter den Spitzenniveaus von Ende August.

Zahl im Fokus: 12 Billionen Dollar

Einer Studie der Universität Oxford zufolge könnten mit der weltweiten Umstellung auf umweltfreundliche Energieträger bis 2050 bis zu 12 Bio. US-Dollar eingespart werden. Diese Schätzung beruht auf Prognosen, die die sinkenden Kosten für erneuerbare Technologien gegenüber fossilen Brennstoffen berücksichtigen. In den letzten Jahrzehnten sind die Kosten für Sonnen- und Windenergie um jährlich nahezu 10% zurückgegangen, während die Preise für fossile Energien weiterhin volatil und der Inflation ausgesetzt waren. Nach der Studie werden staatliche Förderungen, der Ausbau der umweltfreundlichen Technologien und die rasant steigenden Energiepreise dazu führen, dass sich die Erneuerbaren schneller bezahlt machen, als bislang angenommen.

Wissenswert:

Quantitative Straffung (QT): Der Prozess der Schrumpfung der Bilanz einer Zentralbank, bei dem der Wirtschaft faktisch Liquidität entzogen wird. Die Fed, die Bank of England und die Bank of Canada setzen Quantitative Straffung (QT) bei der Bekämpfung der enormen Inflation ein, indem sie Anleihen bis zur Fälligkeit halten und die Erlöse dann nicht reinvestieren. Berichten zufolge könnte für die EZB im Oktober QT zum Thema werden. Bei QT handelt es sich um das Gegenteil der mittlerweile weithin bekannten Praxis der quantitativen Lockerung (QE), um die die geldpolitische Lockerung seit der Finanzkrise von 2008 ergänzt wurde und in deren Rahmen die Zentralbanken Anleihen aufkauften, um die Zinsen zu drücken und die Konjunktur anzukurbeln.

Das bringt die Woche

Die Beisetzung von Königin Elisabeth II. am Montag wird in Großbritannien und einer Reihe weiterer Länder mit einem Feiertag gewürdigt. Mehrere wichtige Zentralbanken tagen diese Woche zum Zinsentscheid – die Fed am Mittwoch und die Bank of Japan sowie die Bank of England am Donnerstag. Zu den Konjunkturdaten, die diese Woche vorgestellt werden, zählen die Inflationszahlen für Japan am Montag und für Kanada am Dienstag. Am Freitag gibt es Einkaufsmanagerindizes für den Euroraum, Großbritannien und die USA. Am Sonntag finden in Italien Parlamentswahlen statt.

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