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Wöchentlicher Marktkommentar (Take 2)

Historischer EZB-Zinsschritt, Ölpreis wieder auf Stand vor der Ukraine-Krise

  • 12 September 2022 (5 Minuten Lesezeit)

Alles Wichtige auf einen Blick

Zur Begrenzung des Preisanstiegs hat die Europäische Zentralbank (EZB) ihren bislang größten Zinsschritt beschlossen sowie weitere Erhöhungen signalisiert. Der Einlagensatz wurde von 0% auf 0,75% angehoben, der Hauptrefinanzierungssatz von 0,50% auf 1,25% erhöht. EZB-Präsidentin Christine Lagarde bezeichnete die einstimmige Entscheidung als die „Vorwegnahme“ einer Zinserhöhung, die das Inflationsziel der Zentralbank von 2% wieder in Reichweite bringen werde. Zudem hob die EZB ihre Inflationsprognosen an und geht nun für 2023 von 5,5% gegenüber zuvor 3,5% und von einem Rückgang auf 2,3% im Jahr 2024 aus. Ihre Prognose für das BIP-Wachstum im kommenden Jahr senkte sie deutlich auf 0,9%, nachdem sie im Juni mit 2,1% gerechnet hatte.

Nachrichten aus aller Welt

Das Wachstum im US-Dienstleistungssektor ist ein weiterer Beleg dafür, dass das Land wirtschaftlich in einer besseren Verfassung war, als das Negativwachstum der beiden vorhergehenden Quartale – technisch gesehen eine Rezession – nahegelegt hatte. Der vom Institute for Supply Management (ISM) berechnete Einkaufsmanagerindex für Dienstleistungen legte leicht auf 56,9 im August gegenüber 56,7 im Juli zu und spiegelt damit eine stärkere Auftrags- und Beschäftigungslage sowie Entspannung bei den Lieferengpässen wider. Der ISM-Gesamtindex ist den 27. Monat in Folge gestiegen. Stärkere Konjunkturdaten und die Aussicht auf weitere Zinsanhebungen führten letzte Woche zu einer Aufwertung des US-Dollars gegenüber mehreren anderen wichtigen Währungen.

Zahl im Fokus: 90 Dollar

Erstmals seit dem russischen Einmarsch in die Ukraine ist der Preis je Barrel Rohöl der Sorte Brent auf unter 90 US-Dollar gefallen. Der Hintergrund sind schwache Wirtschaftsdaten aus China, der Ausblick auf weitere Zinserhöhungen und eine mögliche weltweite Rezession. Auch die Entscheidung der OPEC+, die Ölfördermengen um täglich 100.000 Barrel zu kürzen, konnte die Ölpreis-Talfahrt nicht verhindern. Die Gaspreise blieben unterdessen auf einem hohen Niveau, nachdem Russland seine Lieferung über die wichtige Pipeline Nord Stream 1 nach Europa eingestellt hat. Mehrere Länder haben bereits Pläne angekündigt, Haushalte und Unternehmen angesichts ausufernder Energiepreise zu unterstützen.

Wissenswert:

Mindestreservesatz: Das Verhältnis der gesetzlich vorgeschriebenen Mindestkapitalreserve einer Bank zu ihren Sichteinlagen. Vergangene Woche kündigte die chinesische Zentralbank (PBoC) die Senkung ihres Mindestreservesatzes (MRS) für Deviseneinlagen von 8% auf 6% an. Damit versucht sie, die Abwertung des Yuan abzubremsen, nachdem dieser auf ein Zwei-Jahres-Tief zum Dollar gefallen war. Bereits im Mai hatte die PBoC den MRS um 100 Basispunkte gesenkt. Allerdings hatte sie diesen Satz im letzten Jahr zweimal angehoben, um der rapiden Aufwertung des Yuan entgegenzuwirken. Seitdem schwächelt die Währung aufgrund von Sorgen bezüglich der Binnennachfrage und scharfen Spannungen zwischen der Volksrepublik und den USA.

Das bringt die Woche

Juli-Daten zum britischen Wirtschaftswachstum werden am Montag veröffentlicht. Am Dienstag kommen die aktualisierte britische Arbeitslosenquote sowie August-Inflationszahlen für die USA heraus. Aktuelle britische Inflationsdaten folgen am Mittwoch, wenn auch Zahlen zur Euroraum-Industrieproduktion im Juli vorgestellt werden. Eine endgültige Schätzung der August-Inflation im Euroraum wird am Freitag bekanntgegeben.

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