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Wöchentlicher Marktkommentar (Take 2)

Fed-Protokoll signalisiert „milde Rezession“, China-Exporte stark gestiegen

  • 17 April 2023 (5 Minuten Lesezeit)

Alles Wichtige auf einen Blick

Aufgrund der Turbulenzen im Bankensektor erwarten die Mitglieder der amerikanischen Notenbank Fed für den weiteren Jahresverlauf eine „milde“ US-Rezession, gefolgt von einer Erholung in den Jahren2024/2025. Dies geht aus dem Protokoll der Märzsitzung des Fed-Offenmarktausschusses hervor. Ebenfalls zu lesen ist, dass bei dem Treffen von einigen Währungshütern eine Zinspause erwogen, aber letztlich einstimmig eine Anhebung um 25 Basispunkte beschlossen wurde. Unterdessen sank die US-Inflation im März auf 5% (gegenüber 6% im Februar) und damit auf ihren niedrigsten Stand seit Mai 2021. Indes legte die ohne Lebensmittel und Energie berechnete Kerninflation von ihrem 14-Monats-Tief im Februar (5,5%) auf 5,6% zu, was vor allem auf die Mietkosten zurückzuführen war.

Nachrichten aus aller Welt

Nach fünf rückläufigen Monaten in Folge sind die chinesischen Exporte im März kräftig um 14,8% gegenüber dem Vorjahr gestiegen und übertrafen damit die Konsenserwartungen deutlich. Als Ursachen werden die starke Nachfrage nach Elektrofahrzeugen, Solarprodukten und Lithiumbatterien genannt. Während Ausfuhren in die USA im Monatsverlauf zurückgingen, schoss der Warenabsatz nach Südostasien und nach Russland in die Höhe. Behördensprecher warnten angesichts des schwierigen globalen Umfelds vor einer Eintrübung der Bedingungen, während Ökonomen den überraschenden Anstieg darauf zurückführten, dass die Fabriken nach den COVID-19-Ausbrüchen zu Jahresbeginn nun vermutlich schnell ihre Auftragsstaus abarbeiten wollen.

Zahl im Fokus: 2,8%

Der Internationale Währungsfonds (IWF) hat seine globale Wachstumsprognose für 2023 angesichts der gestiegenen Unsicherheit aufgrund der Bankenkrise im März geringfügig gesenkt. Er rechnet nur mit einem BIP-Zuwachs um 2,8% (nach 3,4% im Jahr 2022). Im Januar hatte er noch 2,9% erwartet. Auch die Prognose für 2024 wurde abwärts korrigiert, von 3,1% auf 3%. In einer IWF-Stellungnahme hieß es letzte Woche, es herrsche hohe Ungewissheit und die Risiken „tendierten deutlich nach oben, solange die Unruhe im Finanzsektor anhält“. Ferner räumte der IWF ein, dass sich die Teuerung als unerwartet „hartnäckig“ erweist, und geht davon aus, dass die Inflation langsamer abklingt als im Januar prognostiziert – auf 7% im laufenden Jahr und 4,9% im kommenden.

Wissenswert

Euro 7: Ein Vorschlag der Europäischen Kommission, um zur Reduzierung des Schadstoffausstoßes von Diesel- und Nutzfahrzeugen beizutragen, die Luftqualität zu verbessern und das Nullverschmutzungsziel des europäischen Green Deal umzusetzen. Die „Euro 7“-Regeln sollen ab Mitte 2025 für leichte und ab Mitte 2027 für schwere Nutzfahrzeuge gelten. Über die neuen Vorschriften, die auf der geltenden „Euro 6“-Norm aufbauen, wird in diesem Jahr verhandelt. Heftige Kritik ernteten sie bereits von Automobilherstellern, die den Kostenaufwand und die knappe Zeit für die Planung der erforderlichen Änderungen kritisierten.

Das bringt die Woche

Am Dienstag erscheint das Protokoll der jüngsten Zinssitzung der australischen Notenbank. Sie hatte ihren Leitzins unverändert bei 3,6% belassen und damit erstmals seit Beginn ihrer Zinserhöhungen im letzten Mai eine Pause eingelegt. Ebenfalls am Dienstag kommen Zahlen zum chinesischen BIP-Wachstum im 1. Quartal sowie aktuelle Inflationsdaten aus Kanada heraus. Großbritannien und der Euroraum veröffentlichen ihre Inflationszahlen am Mittwoch. Im Euroraum ist der Verbraucherpreisindex im März leicht auf 6,9% zum Vorjahr zurückgegangen, seinen tiefsten Stand seit Februar letzten Jahres. Am Donnerstag legt der Handelsblock eine Vorabschätzung zum Verbrauchervertrauen vor. Am Freitag folgen vorläufige Einkaufsmanagerindizes für Australien, den Euroraum, Großbritannien und die USA sowie die März-Inflationsdaten aus Japan.

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