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Wöchentlicher Marktkommentar (Take 2)

US-Inflation lässt nach; China meldet Rekord-Handelsüberschuss

  • 15 August 2022 (5 Minuten Lesezeit)

Alles Wichtige auf einen Blick

In den USA ist jährliche Inflationsrate von 9,1% im Juni auf 8,5% im Juli zurückgegangen, was die Anleger hoffen lässt, dass die US-Notenbank das Tempo ihrer Zinserhöhungen drosseln kann. Während die Benzinpreise im Juli um 7,7% gefallen sind, stiegen die Kosten für Lebensmittel und Wohnungen weiter. Außerdem hat die angespannte Lage auf dem Arbeitsmarkt einem separaten Bericht zufolge die Löhne weiter in die Höhe getrieben. Unterdessen verabschiedete der Senat ein neues 369-Milliarden-USD-Gesetz, um die Inflation einzudämmen, und Joe Biden unterzeichnete zugleich ein 280-Milliarden-USD-Finanzierungspaket für die High-Tech-Produktion und -Entwicklung, um die USA im Wettbewerb mit China zu unterstützen.

Nachrichten aus aller Welt

Chinas Exporte sind im Juli um 18% gegenüber dem Vorjahr gestiegen, sodass der Handelsüberschuss erstmals mehr als 100 Milliarden US-Dollar betrug. Dies war der stärkste Anstieg in diesem Jahr. Analysten hatten nach 17,9% Zuwachs im Juni mit einem Rückgang gerechnet. Zugleich sind die Importe wegen der weiter schwachen Inlandsnachfrage um nur 2,3% gestiegen. Im Juli letzten Jahres hatte der Handelsüberschuss 56,6 Mrd. USD betragen. Zurückzuführen war das starke Exportwachstum vermutlich auf die Aufhebung der COVID-19-Beschränkungen an wichtigen Handelsknotenpunkten wie Shanghai. Unabhängig davon erreichte der offizielle chinesische Verbraucherpreisindex im Juli mit einem Anstieg von 2,7% im Jahresvergleich ein Zweijahreshoch. Der Preis für Schweinefleisch verzeichnete mit 25,6% den stärksten monatlichen Anstieg aller Zeiten.

Zahl im Fokus: 8,6%

Der Lebensmittelpreisindex der Vereinten Nationen fiel im Juli um 8,6% und verzeichnete damit den stärksten monatlichen Rückgang seit 2008, was auf die Wiederaufnahme der ukrainischen Getreideexporte, die saisonale Verfügbarkeit und die schwache Nachfrage aus China zurückzuführen ist. Die Preise für Pflanzenöl fielen um 19,2% auf ein 10-Monats-Tief. Der Index lag jedoch immer noch um 13,1% über dem Stand vom Juli letzten Jahres, da der Krieg in der Ukraine das Angebot weiterhin unter Druck setzt, während die großen Nahrungsmittelproduzenten aufgrund von Hitzewellen mit geringeren Ernteerträgen zu kämpfen haben. Den Angaben der Europäischen Beobachtungsstelle für Dürreperioden zufolge sind derzeit 63% der Flächen in der Europäischen Union und in Großbritannien von Dürrewarnungen oder -alarmen betroffen.

Wissenswertes:

Transmissionsschutzinstrument: Ein Instrument, das die Europäische Zentralbank (EZB) im Juli eingeführt hat, um sicherzustellen, dass die Geldpolitik im gesamten Euroraum reibungslos umgesetzt wird, und um die Kreditkosten in Ländern auszugleichen, deren Staatsanleihenrenditen in die Höhe geschnellt sind. Das Transmissionsschutzinstrument (TPI) zielt darauf ab, eine „ungerechtfertigte, ungeordnete Marktdynamik“ zu verhindern, indem es der EZB den Ankauf von Schuldtiteln an den Sekundärmärkten der Euroraum-Länder ermöglicht, in denen sich die Finanzierungsbedingungen verschlechtern.

Das bringt die Woche

Die Woche beginnt mit einer vorläufigen Schätzung des japanischen Wirtschaftswachstums für das 2. Quartal, das in den ersten drei Monaten des Jahres auf Quartalsbasis um 0,1% geschrumpft ist. Am Dienstag veröffentlicht die australische Zentralbank das Protokoll ihrer geldpolitischen Sitzung vom August, während in Großbritannien die aktuellen Arbeitslosenzahlen bekannt gegeben werden. Am Mittwoch folgt die britische Juli-Inflationsrate, und aus dem Euroraum werden die Beschäftigungszahlen sowie eine zweite Schätzung für das Wirtschaftswachstum im 2. Quartal erwartet. Am Mittwoch wird auch das Protokoll der letzten Sitzung der EZB veröffentlicht. Die Inflationszahlen für den Euroraum und Japan erscheinen am Donnerstag und Freitag.

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